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Forschungsbereich Grundbau, Boden- und Felsmechanik

Projektdetails

Niederdruckinjektionen im Lockergestein


 

Niederdruckinjektionen stellen ein Bauverfahren dar, welches im Tiefbau vornehmlich zur Verringerung der Durchlässigkeit und Verfestigung von Lockergesteinsböden eingesetzt wird. Injektionsgut (Bentonit-Zementgemische oder chemische Emulsionen bzw. Lösungen) wird dabei unter geringem Druck über spezielle Manschettenrohre in den Boden eingebracht, um die vorhandenen Poren bzw. Hohlräume aufzufüllen. Es kommt dabei zu keiner Veränderung der Bodenstruktur. Niederdruckinjektionen sind daher im Vergleich zu anderen Bauverfahren, wie z.B. dem Düsenstrahlverfahren, ein optimales Bauverfahren, welches eine Bodenverbesserung von Lockergesteinsböden unter geringem Einsatz von Kosten, Ressourcen und Energie ermöglicht.

Der Bauindustrie stehen bislang jedoch nur unzureichende Instrumente und Möglichkeiten zur Bemessung und Prüfung von Injektionsmaßnahmen zur Verfügung. Die Folge ist, dass Injektionsmaßnahmen im Lockergestein trotz ihrer wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile oftmals nicht in die Planung und Ausschreibung von Bauprojekten aufgenommen werden.

Das gegenständliche Forschungsvorhaben setzt sich daher zum Ziel, wissenschaftliche Grundlagen zur Prüfung von Injektionsgut und injiziertem Boden zu schaffen. Durch die geplante Kombination von in situ Feldversuchen mit Versuchen im bodenmechanischen Labor sollen:

- standardisierbare Prüfverfahren für Injektionsmittel und

- Prüfmethoden zur Ermittlung bodenmechanischer Kennwerte für injiziertes Lockergestein (Kohäsion, Reibungswinkel, Druckfestigkeit und E-Modul)

entwickelt werden. Damit soll der Wissensstand in diesem Bereich gehoben werden, um die Anwendungsmöglichkeiten dieses Bauverfahrens zu erweitern und die Akzeptanz für dieses ressourcenschonende Bauverfahren bei Planern und Bauherren zu steigern.

   

Dieses Forschungsprojekt wird im Rahmen des Forschungsförderungsprogrammes BRIDGE  der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft, gemeinsam mit dem Projektpartner, der Firma ZÜBLIN Spezialtiefbau Ges.m.b.H. abgewickelt. Ziel dieser Programmlinie ist, die Potenziale der Grundlagenforschung und experimentellen Entwicklung, in Kooperation mit einem Wirtschaftspartner, gemeinsam weiter zu entwickeln.

Kontakt:

Univ.-Ass. Dipl.-Ing. Adrian Kainrath

 

 


23.02.2012